Karlsruher SPD-Bundestagsabgeordneter widerspricht Gesundheitsminister Linnemann – 15 Kinderkrankentage sollen auch 2027 erhalten bleiben
Der Karlsruher SPD-Bundestagsabgeordnete Parsa Marvi spricht sich dafür aus, den derzeitigen Anspruch auf 15 Kinderkrankentage pro Kind und Elternteil auch über das Jahr 2026 hinaus zu erhalten. Damit widerspricht er Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann, der am Mittwoch im Deutschen Bundestag deutlich gemacht hatte, dass er eine Fortführung der geltenden Regelung nicht unterstützt.
„Wenn ein Kind krank ist, können Eltern nicht einfach sagen: Heute passt es leider nicht. Gerade Familien mit kleinen Kindern wissen, wie schnell die Kinderkrankentage im Laufe eines Jahres aufgebraucht sein können. Deshalb halte ich es für falsch, den Anspruch ab dem kommenden Jahr wieder von 15 auf zehn Tage zurückfallen zu lassen“, erklärt Marvi.
Für 2026 haben anspruchsberechtigte gesetzlich Versicherte je Kind Anspruch auf bis zu 15 Kinderkrankentage, Alleinerziehende auf bis zu 30 Tage. Diese höhere Zahl gilt nach derzeitiger Rechtslage allerdings nur bis zum Ende dieses Jahres. Ohne eine gesetzliche Anschlussregelung gilt ab dem 1. Januar 2027 automatisch wieder der reguläre Anspruch von zehn Tagen beziehungsweise 20 Tagen für Alleinerziehende.
„Das muss man klar sagen: Dafür braucht es weder eine neue Verordnung des Gesundheitsministers noch einen neuen Beschluss zur Kürzung der Kinderkrankentage. Wenn der Gesetzgeber nicht tätig wird, fällt der Anspruch automatisch auf zehn Tage zurück. Deshalb dürfen wir die Regelung jetzt nicht einfach auslaufen lassen“, so Marvi.
Linnemann hatte im Bundestag die höhere Zahl der Kinderkrankentage als eine Regelung aus der Coronazeit bezeichnet und erklärt, solche Sonderregelungen sollten wieder zurückgenommen werden. Auf erneute Nachfrage stellte er klar: „Es werden 10 Tage sein.“
Marvi hält die Einordnung als reine Corona-Sonderregelung für zu kurz gegriffen: „Während der Pandemie gab es deutlich weitergehende Sonderregelungen. Danach hat der Gesetzgeber bewusst entschieden, den Anspruch nicht unmittelbar wieder auf zehn Tage zurückzuführen, sondern zunächst bei 15 Tagen zu belassen. Die entscheidende Frage ist deshalb nicht, ob wir eine Corona-Regelung konservieren. Entscheidend ist, was Familien heute brauchen, um Beruf und die Betreuung eines kranken Kindes miteinander vereinbaren zu können.“
Fünf Tage weniger pro Elternteil und Kind seien für viele Familien keine Kleinigkeit. „Wer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärken will, sollte Eltern nicht ausgerechnet dann unter zusätzlichen Druck setzen, wenn ihr Kind krank ist“, erklärt Marvi.
Marvi kündigt deshalb an: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir im Bundestag rechtzeitig eine gesetzliche Anschlussregelung schaffen und es auch 2027 bei 15 Kinderkrankentagen beziehungsweise 30 Tagen für Alleinerziehende bleibt. Familien brauchen hier Verlässlichkeit.“