Die Nachricht kam aus dem Nichts und hat die gesamte Region ins Mark getroffen: Völlig überraschend kündigte die BSH Hausgeräte GmbH an, das traditionsreiche Neff-Werk in Bretten bis zum ersten Quartal 2028 schließen zu wollen. Rund 1.000 hochqualifizierte Arbeitsplätze und eine fast 150-jährige Industriegeschichte stehen nun auf dem Spiel.
Besonders bitter war die Art der Kommunikation: Die Entscheidung wurde verkündet, ohne dass der Betriebsrat oder die IG Metall im Vorfeld eingebunden waren. Als SPD-Betreuungsabgeordneter habe ich sofort reagiert: Gemeinsam mit dem Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Andreas Stoch, dem Vorsitzender der SPD-Landesgruppe im Bundestag Martin Gerster und dem Gondelsheimer Bürgermeister und Kreistagsmitglied Markus Rupp habe ich mich per Brief an die Konzernführung gewandt. Wir haben die fehlende Einbindung der Belegschaft kritisiert und eine Offenlegung der Gründe gefordert.
Inzwischen liegt uns das Antwortschreiben der BSH-Geschäftsführung. Darin verweist das Unternehmen auf eine rückläufige Nachfrage, stagnierende Immobilienmärkte und eine gesunkene Bereitschaft der Kunden, für „Made in Germany“ zu zahlen. Die Geschäftsführung behauptet, der Schritt sei zur Absicherung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig und hält an der Schließung fest.
Unsere Antwort: Gemeinsam für den Standort!
Diese Erklärung reicht uns nicht. Der Standort in Bretten schreibt solide schwarze Zahlen und ist wirtschaftlich gesund. Dass ein profitables Werk einer kurzfristigen Kostenoptimierung geopfert werden soll, ist für uns nicht akzeptabel.
Ich hatte bereits an einem von der IG Metall Bruchsal einberufenen Treffen teilgenommen, an dem mehrere regionale Politiker:innen unterschiedlicher Parteien der demokratischen Mitte beteiligt waren. Dabei kamen wir alle gemeinsam zu dem Schluss, dass die angekündigte Maßnahme der BSH Gruppe nicht hinnehmbar ist und der Produktionsstandort unbedingt erhalten werden muss. Auch wenn das für sich noch kein Grund zum Jubeln ist, so ist es doch ein starkes Signal, dass sich so viele unterschiedliche politische Protagonisten zusammengetan haben, um gemeinsam etwas zu bewirken.
Ich werde mich in jedem Fall weiterhin in dieses breite Bündnis einbringen, um meinen Teil zu leisten. Wir werden den Druck aufrechterhalten und jede Möglichkeit prüfen, um die Industriearbeitsplätze in unserer Region zu sichern. Die Belegschaft von Neff hat unsere volle Solidarität – wir geben diesen Standort nicht auf!